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2025 Yverdon-les-Bains

Jahreskonferenz der VSSG

Am 28. und 29. August 2025 trafen sich die Mitarbeitenden und Verantwortlichen der Grünflächenämter der Städte und Gemeinden der Schweiz in Yverdon-les-Bains zur 62. Jahreskonferenz der VSSG. Die Generalversammlung fand in der Aula Magna des Schlosses im Zentrum der Altstadt statt. Bei den Fachbesichtigungen konnten die Teilnehmenden mehrere Grünanlagen in der Stadt und deren Umgebung kennenlernen, und die Landschaften am Seeufer bis hin zur Orbe-Ebene entdecken.

Text: Stéphanie Perrochet, Fotos, wo nichts anderes angegeben ist: Stadt Yverdon-les-Bains und Stéphanie Perrochet

Alle Führungen fanden mit dem Fahrrad und zu Fuss statt. Hier eine Gruppe im Parc des Rives (Seeuferpark).

Die Generalversammlung

Die Stadträtin Brenda Tuosto hiess die TeilnehmerInnen willkommen und erläuterte die Bedeutung des für die Stadt Yverdon-les-Bains erstellten Klimaplans. Seine Umsetzung, die das Pflanzen von Bäumen, die Renaturierung von Fliessgewässern und die differenzierte Pflege von Grünflächen umfasst, zielt darauf ab, die Anpassung an den Klimawandel zu ermöglichen.

Die Stadträtin Brenda Tuosto stellt die Grundzüge des Klimaplans der Stadt vor.

Die Klimaanpassungsmassnahmen tragen auch dazu bei, die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren. Die Zielsetzung und Wirkung der verstärkten Baumpflanzungen, der Renaturierung von Gewässern und der differenzierten Grünflächenpflege werden den Menschen bildhaft erläutert.

An der Jahresversammlung war die aussergewöhnlich hohe Zahl von fast hundert Teilnehmenden anwesend, darunter 52 stimmberechtigte Mitglieder. Neben zwei Journalisten wurde Herr Alessandro Bedin, Vertreter der Associazione Italiana Direttori e Tecnici pubblici giardini, als ausländischer Gast empfangen.

Axel Fischer, Zürich, Präsident der VSSG, lässt über die statutarischen Dokumente abstimmen.

Die Mitglieder der VSSG genehmigten das Protokoll der letzten Generalversammlung (GV) in Mendrisio, den Jahresbericht und die Jahresrechnung 2024 (für die VSSG selbst und für das Label Grünstadt Schweiz) und entlasteten den Vorstand.

Der erste Rechnungsprüfer, Urs Tischhauser, Chur, berichtet über die Ergebnisse der Rechnungsprüfung.

Das Budget 2026 wurde nach den Erläuterungen von Christoph Schärer, Vizepräsident, Bern, ebenfalls einstimmig genehmigt. Alle Dokumente zu den statutarischen Beschlüssen können im Mitglieder-Bereich der Website eingesehen werden.

Zwischenbericht des Vorstands

Da die ersten Tagesordnungspunkte ohne grosse Diskussion behandelt wurden, blieb genügend Zeit für den Zwischenbericht 2025. Axel Fischer informierte über den vom Vorstand initiierten Strategieprozess, der darauf abzielt, die Arbeit und die Organisationsform der VSSG zu hinterfragen und neu auszurichten. Zuvor hatte der Vorstand eine SWOT-Analyse durchgeführt, die die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken für die Aktivitäten der VSSG aufzeigt. Der Prozess wird 2025 mit externer Unterstützung durch ein Beratungsbüro und unter Beteiligung der Mitglieder fortgesetzt. Der Vorstand plant die Bildung einer Begleitgruppe von 10 bis 12 Personen und hat die Regionalgruppen gebeten, interessierte Mitglieder zu melden. Ziel ist es, die Ergebnisse an der Jahresversammlung 2026 in Zürich vorstellen zu können.

Markus Weibel (links) im Gespräch mit Noa Ammann, Verantwortlicher für Grünflächen am Inselspital Bern, und Sabrina Köhli, Biel, Verantwortliche der Regionalgruppe VSSG Mittelland / Wallis.

Markus Weibel, Bern (ehemals Thun), wird nach zehnjähriger Tätigkeit Ende Jahr aus dem Vorstand ausscheiden. Axel Fischer dankt Markus Weibel für sein grosses Engagement, mit dem er die Doppelrolle als Vorstandsmitglied der VSSG und Präsident der Kommission Grünstadt Schweiz (GSS) wahrgenommen hat. Die Versammlung dankt ihm mit herzlichem Applaus. Herr Weibel wird jedoch weiterhin für die VSSG tätig sein, da er vorerst die Leitung der Kommission GSS beibehält.

(Foto von Stephane Wicht ...)

Stephane Wicht aus Freiburg wurde neu in den Vorstand gewählt. Herr Wicht vertritt eine zweisprachige Stadt und ist selbst zweisprachig (Französisch-Deutsch), was ihn zu einer grossen Bereicherung für den VSSG-Vorstand macht.

Die Versammlung bestätigt das neue Vorstandsmitglied durch Akklamation. In der ersten Reihe von links nach rechts: Antoine Sauser und Lionel Guichard, Yverdon-les-Bains, sowie die Vorstandsmitglieder: Cédric Pelletier, Renens; Natacha Guillaumont, HEPIA; Markus Weibel, Bern; Adrian Stolz, St. Gallen; Achim Schäfer, Winterthur und Cornel Suter, Luzern.

Nach 19 Jahren Leitung der Regionalgruppe Zentralschweiz/Tessin übergibt Pirmin Frey aus Baar das Amt an Nicola Sartori aus Bellinzona. Der Präsident dankt Herrn Frey für seine hervorragende und sehr initiative Arbeit. Die Regionalgruppe hat jedes Jahr interessante Aktivitäten angeboten und regelmässig Treffen und Besichtigungen organisiert, insbesondere im Tessin.

Pirmin Frey, Baar, Leiter der Regionalgruppe Zentralschweiz/Tessin, 2024 in Mendrisio.

Die Arbeitsgruppen der VSSG

Die neue Broschüre mit Empfehlungen zum «Schutz von Grünflächen bei Veranstaltungen», die von der Arbeitsgruppe Grünflächenmanagement erstellt wurde, sowie die dazugehörige Dokumentation werden den Mitgliedern in einigen Wochen zur Verfügung gestellt.

Die im Januar dieses Jahres gegründete Arbeitsgruppe Städtisches Gärtnern wurde von Karin Kook aus Basel vorgestellt, die weitere Mitglieder zur Teilnahme einlud. Die Arbeitsgruppe wird jedes Jahr einen Besuch von Familien- oder Gemeinschaftsgärten einer Stadt organisieren, an dem auch VertreterInnen von Dienststellen teilnehmen können, die nicht Teil der Arbeitsgruppe sind. Ein erster Städtebesuch fand am 14. Mai in Zürich statt, wobei der Schwerpunkt auf Gemeinschaftsgärten lag.

Grünstadt Schweiz

Markus Weibel berichtete über die Arbeit der Kommission Grünstadt Schweiz (GSS) und übergab dann das Wort an Andreas Pecnik aus der Gemeinde Binningen, die im vergangenen Jahr das GSS-Bronzelabel erhalten hat.

Herr Pecnik zeigte der Versammlung den Mehrwert auf, welchen der Zertifizierungsprozess für die Gemeinde mit sich bringt. Das Managementsystem ist im Alltag sehr nützlich, zum Beispiel um den Zeit- und Mittelaufwand für die Erfüllung der Aufgaben eines grünen Amtes aufzuzeigen.

Das übergeordnete Ziel der Netto-Null-Emissionen mit Massnahmen zum Klimaschutz, aber auch zur Anpassung an den Klimawandel erfordert die gleichzeitige Umsetzung verschiedener Massnahmen: Förderung der Biodiversität, Verbesserung der Wasserspeicherung, Umstellung auf erneuerbare Energien und neue Lösungen für eine nachhaltige Mobilität. Herr Pecnik ist überzeugt: Auch kleine Gemeinden können dies erreichen, wenn sie die notwendigen Mittel bereitstellen und effizient einsetzen.

Präsentation Grünstadt Schweiz, Binningen (auf Französisch)[ppsx, 7.0 MB]

Die aussergewöhnlichen Gärten von Ecublens

Christian Luthi, Ecublens, und die Auftragnehmerin Réjane Juillet stellten ihr Programm vor:  Les jardins extraordinaires (Die aussergewöhnlichen Gärten). Die Ziele: Stärkung der Biodiversität, Natur entdecken, Bekämpfung invasiver Neophyten.Das Programm sieht auf Wunsch eine kostenlose individuelle Beratung für GartenbesitzerInnen vor, um die Umsetzung der Massnahmen zu erleichtern. Die BesitzerInnen werden aktiv angesprochen.

Réjane Juillet, Auftragnehmerin der Stadt Ecublens für das Projekt «Les jardins extraordinaires».

In Ecublens wurden auch Informationsveranstaltungen in den gartenreichen Stadtvierteln organisiert. Bei ihren Besuchen stellten die BeraterInnen in 85 % der Gärten die Präsenz invasiver Neophyten fest. Die Kommunikation des Programms erfolgte per persönlich adressiertem Brief sowie über Plakate, Artikel in der lokalen Presse, Veröffentlichungen auf Facebook und auf der Website der Gemeinde.

Präsentation Ecublens (auf Französisch) [pdf, 1.7 MB]

Stiftung Hopp-la – Generationen in Bewegung

Anne-Laure Lepage und Lukas Zahner von der Stiftung Hopp-la berichten über das schweizweite Kompetenzzentrum für die generationenverbindende Bewegungsförderung. Die arbeit der Stiftung verbindet Theorie und Wissenschaft mit Erkenntnissen aus der Praxis und berät Gemeinden und Organisationen beim Aufbau von intergenerativen Angeboten für eine bessere Lebensqualität im Alter, zur positiven kognitiven Entwicklung von Kindern und zu gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Veränderungen. Dank generationenverbindenden Bewegungserlebnissen stärkt die Stiftung den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft und bekämpft Einsamkeit. Durch die Veranstaltungen mit gemeinsamer Bewegung entstehen mehr Dialog und Verständnis füreinander und differenziertere Altersbilder. Dies trägt zu einer höheren Generationensolidarität bei. Das Miteinander der Generationen steigert den Wert des Aufenthalts in Quartieren und motiviert Jung und Alt zu mehr Bewegung.

Website der Stiftung Hopp-la

Fachbesichtigungen

Die Stadt Yverdon-les-Bains lud diejenigen TeilnehmerInnen, die bereits am Mittwochabend angereist waren, zu einem Ausflug auf den Stadtberg ein, mit Führung durch den Gemeindewald und einem köstlichen Fondue im Chalet Dernier. Am Donnerstag, nach der Generalversammlung und dem Mittagessen im Schloss, wurden die TeilnehmerInnen für die Fachbesichtigungen mit dem Fahrrad am Nachmittag in Gruppen aufgeteilt.

Korrektur und Revitalisierung der Thièle

Das Gestaltungskonzept der Zihl in der Orbe-Ebene mit der teilweisen Renaturierung verfolgt mehrere Ziele, die mit dem revidierten Gewässerschutzgesetz (GSchG) von 2011 im Einklang stehen. Dieses verpflichtet die Kantone, Revitalisierungsmassnahmen zu planen und umzusetzen, um die Gewässer natürlicher zu gestalten und ihre verschiedenen Funktionen wiederherzustellen. Wesentliche Punkte sind die Festlegung des Gewässerraums, in dem strenge Nutzungsvorschriften gelten, und die Verpflichtung, die negativen Auswirkungen bestehender Wasserkraftwerke zu sanieren.

Das Hochwasserbett der Zihl wurde um 17,5 Meter verbreitert und das Haupt- sowie Hochwasserbett morphologisch diversifiziert. Die Deiche mussten teilweise neu gebaut oder saniert werden. Am Flussufer konnten Erholungsräume angelegt und Brücken renoviert oder neu gebaut werden. Unkontrollierte Überschwemmungen der angrenzenden Wiesen und Felder werden nun weitgehend vermieden.

Durch die Schaffung kontrollierter und temporärer Überschwemmungsgebiete, permanenter Feuchtgebiete und Altarme der Zihl werden wertvolle Feuchtlebensräume für Fauna und Flora geschaffen.

Im Herbst werden mehrere Hektar Felder geflutet, um Zugvögeln einen Rastplatz zu bieten. © Livio Rey

Der seltene Knutt macht auf seiner Reise von der russischen Arktis, wo er nistet, zu seinen Überwintersgebieten in Westafrika in der Orbe-Ebene Halt. © Daniele Occhiato

Poster: Zihlkorrektur und Renaturation (auf Französisch) [pdf, 777 KB]

Anpassung eines Parks an den Klimawandel

Der Jardin de Poche ("Pocketgarden") im Stadtteil Pierre-de-Savoie wurde 2024 eingeweiht. Auf einer Fläche von rund 5000 Quadratmetern wurden 38 Bäume sowie über 2000 Sträucher und Obstbäume gepflanzt, die den bereits vorhandenen Gehölzbestand ergänzen. Dieser Klimagarten und Stadtteilpark bietet neue Einrichtungen wie Spielgeräte, Grillplätze und eine Pergola sowie einen multifunktionalen Bereich mit vier Bouleplätzen.

Verschiedene Einrichtungen und vielfältige Bepflanzungen machen den Park für alle Altersgruppen attraktiv. Er fördert damit sowohl die Biodiversität als auch die Entspannung und den sozialen Zusammenhalt.

Alexandrine Hamm,  Meyrin und Bertrand Favre, Plan-les-Ouates.

Ulysse Brand, Mitarbeiter der Stadt, erklärt das Konzept dieses Quartierparks und Klimagartens. Die Gestaltung wurde vollständig von den Mitarbeitern des Amtes für Mobilität, Umwelt und Infrastruktur (MEI) realisiert.

Maxime Camaléonte, Verantwortlicher der Regionalgruppe Romandie seit 2024.

Der Quartierpark Pierre-de-Savoie enthält eine Mulde, die sich bei Regen vorübergehend mit Regenwasser füllt, wie fast alle neuen Parkanlagen der Stadt Yverdon-les-Bains.

Poster: der Klimapark im Stadtviertel Pierre-de-Savoie [pdf, 330 KB]

Nachhaltige Gestaltung des Stadtteils Y-Park

Die Entwicklung dieses Stadtteils ist ein sehr gutes Beispiel für nachhaltige Stadtplanung und veranschaulicht einen Ansatz, bei dem die grüne Infrastruktur der Immobilienentwicklung vorausgeht und diese prägt. Die Gestaltung der Flächen entlang der Avenue des Sciences vor einem glänzenden Gebäude des Wissenschafts- und Technologieparks dient der Wasserrückhaltung und dem Naturschutz. Die Gebäude wurden nicht einfach auf dem Gelände platziert, sondern dieses wurde so konzipiert, dass es eine grosse hydrologische Herausforderung bewältigt und so einen Nachteil in einen ökologischen und funktionalen Vorteil verwandelt.

Die Schaffung von naturnah gestalteten vernetzten Gräben war die strukturgebende erste Etappe beim Bau des Standorts.

Fast die gesamte Stadt Yverdon-les-Bains liegt in der historischen Mündung der Zihl in den Neuenburgersee, und der Grundwasserspiegel ist sehr hoch, oft nur einen Meter unter der Erdoberfläche. Der Boden ist daher in der Regel wassergesättigt und kann bei Regen kaum noch zusätzliches Wasser aufnehmen. Was für die Wasserversorgung von Bäumen und anderen Pflanzen in Dürreperioden von Vorteil ist, erschwert die effektive Bewältigung extremer Niederschlagsereignisse.

Die durch die Bauarbeiten zusätzlich versiegelten Flächen machen die Herausforderung noch grösser. Ohne ein gut durchdachtes Wassermanagement sammeln sich auf diesen Flächen enorme Mengen an Regenwasser, das nicht versickern kann. Damit erhöht sich das Risiko für lokaler Überschwemmungen durch die Überlastung herkömmlicher Entwässerungssysteme drastisch.

Durch eine differenzierte Pflege werden die hydraulischen Funktionen der Gräben langfristig gewährleistet, ohne ihre Funktion als Lebensraum für Flora und Fauna zu beeinträchtigen.

Die naturnah gestalteten Mulden speichern vorübergehend jeweils grosse Wassermengen. Um den Anforderungen an die Biodiversität und die Wasserwirtschaft dauerhaft gerecht zu werden ist eine gut organisierte, langfristige Pflege notwendig. So werden die schnell wachsenden Pflanzen in und an den Gräben nicht jedes Jahr auf allen Flächen gemäht oder geschnitten, sondern nur ein Fünftel der Flächen pro Jahr, sodass nach fünf Jahren alle Flächen bearbeitet sind und der Zyklus von vorne beginnt.

Poster: nachhaltige Gestaltung des Quartiers YST (auf Französisch) [pdf, 1.2 MB]

Gala-Abend auf dem See

Am Donnerstagabend um 18.30 Uhr erwartete das Schiff «Le Fribourg» der Schifffahrtsgesellschaft Neuenburgersee und Murtensee (LNM) die TeilnehmerInnen zum Gala-Abend. Dieser fand in einer angenehmen Kreuzfahrtatmosphäre mit herrlichem Blick auf das Panorama und später auf den wechselnden Nachthimmel statt.

Neben den Fachbesuchen ist das Networking ein wichtiges Ziel der VSSG-Treffen.

Die Rückkehr zum Hotel gegen 22.45 Uhr gestaltete sich wahrhaft episch: Für die mutigen RadlerInnen war es der ultimative Test der Abendgarderobe ... hält sie dem Platzregen stand?  Die gute Laune der SportlerInnen wurde davon nicht getrübt.

Besichtigungen am Freitag, 29. August

Mikro-Wälder in der Stadt

Im Rahmen ihrer Bepflanzungsstrategie hat die Stadt einen ersten experimentellen Mikro-Wald auf dem Gelände des früheren Skateparks im Stadtteil Les Cygnes angelegt.

625 junge Bäume und Sträucher unterschiedlichster Arten wurden relativ dicht gepflanzt. Das Konzept ist von der Miyawaki-Methode inspiriert.

Auch für diesen Park konnten alle Arbeiten von den Mitarbeitenden des Amtes MEI durchgeführt werden.

Poster: der Mikro-Wald des Cygnes (auf Französisch) [pdf, 316 KB]

Koncept: Mikro-Wälder in Yverdon-les-Bains, Ilex 2024 (auf Französisch) [pdf, 2.0 MB]

Der Parc des Rives (Seeuferpark)

Der Parc des Rives wurde bei den Analysen für den Klimaplan als Wärmeinsel identifiziert, die unbedingt gemildert werden muss. Das Ziel der Stadt war es, die Fläche in eine echte Oase der Frische zu verwandeln. Das wichtigste Mittel: die Verdopplung der Baumkronenfläche.

André Nicod, Mitarbeiter der Stadt, stellt das Projekt der Seeuferpark-Neugestaltung vor.

Durch die Verdichtung des Baumbestands wurden grössere beschattete Flächen geschaffen, wodurch die reale und gefühlte Temperatur sinkt und der Komfort für alle ParkbesucherInnen sich deutlich verbessert.

Italienische Säulenpappeln prägen die Ufergestaltung hier wie an vielen anderen Hafenstandorten oder städtischen Anlagen rund um den Neuenburgersee.

Um den langfristigen Erfolg und die Nachhaltigkeit des Projekts zu gewährleisten, haben sich die Planer für die Anlage der Pflanzungen auf künstlichen Hügeln entschieden. Diese Idee bietet eine Antwort auf mehrere Herausforderungen: sie schützt die Wurzeln der Pflanzen bei Hochwasser, die Hügel bremsen und lenken das Wasser im Falle von Überschwemmungen und schaffen eine vielseitige, lebendige und dynamische Landschaft mit Rückzugsorten für die Biodiversität.

Die Pflanzhügel bieten auch während der intensiveren Nutzung des Seeuferparks im Sommer einen Rückzugsort für die Artenvielfalt.

Die überdachten Picknickplätze ermöglichen es den Parknutzenden auch bei grosser Hitze im Freien zu essen.

Poster: der Seeuferpark (auf Französisch) [pdf, 168 KB]

Renaturierung des Mujon und Revitalisierung des Bois des Vernes

Der Bach Mujon wurde auf einer Länge von 350 Metern in einen naturnahen Zustand rückgebaut. Diese Gestaltung dient sowohl dem Hochwasserschutz als auch der Schaffung von Lebensräumen für seltene Tier- und Pflanzenarten und verbessert die Attraktivität des gesamten Gebietes für die Erholung.

Antoine Sauser (Mitte) präsentiert das Konzept für die Renaturierung des Mujon und des Wäldchens des Vernes.

Ziel der Revitalisierung des Wäldchens Bois des Vernes ist die Verbesserung der Auen-Dynamik und die Stärkung der charakteristischen Pflanzengesellschaften. Sie schafft günstige Bedingungen für die vom Naturschutz definierten Zielarten und bekämpft Störungen durch die Erholungssuchenden. Es handelt sich um das zweite bedeutende Projekt zur biologischen Aufwertung in diesem Gebiet nach der Neugestaltung der Vogelinseln Iles des Vernes im Winter 2017-2018.

Um Flora und Fauna zu schonen wurden durch Gestaltungsmassnahmen verschiedene Bereiche des Wäldchens schwer zugänglich gemacht.

Weitere Projekte in der Region machen durch die damit erreichte Vernetzung jede Einzelmassnahme noch wirksamer für den Naturschutz. So wurden 2018 elf Vogelinseln angelegt, die nicht nur als Rückzugsgebiet für die Vögel dienen, sondern auch der Ufererosion entgegenwirken und das Wachstum des Schilfgürtels fördern. Der Bau einer Vogelbeobachtungsstation in Zusammenarbeit mit Nicht-Regierungs-Organisationen im Jahr 2023 trägt dazu bei die Naturschönheit und die Schutzmassnahmen der Bevölkerung noch näher zu bringen (siehe auch Bilder weiter unten).

Naturschutz am Seeufer

Im südlichen Teil des Neuenburgersees befindet sich das Wasservogelreservat Grandson-Champ-Pittet. Es ermöglicht zahlreichen Arten hier unter guten Bedingungen zu nisten oder zu überwintern, oder während der Frühlings- und Herbstzüge neue Energie zu tanken.

Informationstafeln sensibilisieren die Bevölkerung für den Wert der Artenvielfalt des Gebiets.

Lionel Guichard, Leiter des Grünflächenamtes der Stadt, erklärt die Pflegemassnahmen, welche sowohl der intensiven  Erholungsnutzung des Gebiets als auch dem Naturschutz gerecht werden.

Der Waldrand wird einer dichten Spontanvegetation überlassen, die der Fauna Lebensraum bietet und den Zugang zum Wald für Erholungssuchende erschwert.

Die Vogelbeobachtungsstation ist durch den Holzbau und ihr begrüntes Dach gut in die Landschaft eingebunden. Am Südufer des Neuenburgersees sind zu jeder Jahreszeit eine Vielzahl von Vogelarten zu beobachten.

In den städtischen Gewächshäusern

Der Apéro am Donnerstag und das z'Mittag am Freitag wurden in den städtischen Gewächshäusern serviert, wo die TeilnehmerInnen sich bei Essen und erfrischenden Getränken mit ihren KollegInnen unterhalten konnten.

An den Informationsständen der Sponsoren konnten die Produkte entdeckt und mit den Mitarbeitenden diskutiert werden.

Köstliche Weine, eine grosse Auswahl an Eissorten und ein reichhaltiges Essen in angenehmer Atmosphäre.

Verschiedene gegrillte Fleischsorten und Gemüse vieler Art boten allen Gästen etwas für ihren Geschmack.

Axel Fischer nutzte die Gelegenheit dieses letzte Zusammenkommen der Teilnehmenden, um sich noch einmal herzlich bei allen Mitarbeitern des Amtes für Mobilität, Umwelt und Infrastruktur der Stadt zu bedanken, insbesondere bei Lionel Guichard und Antoine Sauser, die die Organisation dieser VSSG-Versammlung gemeistert haben.


Veranstaltungsprogramm:

JK 2025 Kurzprogramm, Anmeldung Yverdon-les-Bains [pdf, 103 KB]

JK 2025 Veranstaltungsbroschüre Yverdon-les-Bains [pdf, 1.9 MB]

Presseberichte:

Artikel über GV, in Der Gartenbau, P. Stuenzi (Sept. 2025) [pdf, 73 KB]

Bericht des italienischen Gastes Alessandro Bedin [pdf, 601 KB]

Artikel über Exkursionen an der JK, in Der Gartenbau, P. Stuenzi (Okt. 2025) [pdf, 132 KB]


Seite aktualisiert am 13.04.2026