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Regionaltreffen Luzern 2021

Regionalgruppentreffen Zentralschweiz / Tessin

Die Stadtgärtner der Zentralschweiz und des Tessin trafen sich am 3. September in der "Leuchtenstadt". Ein Besuch im Landschaftspark Friedenstal und der Stadtgärtnerei standen dabei auf dem Programm. Zudem war auch der Baumschutz bei Strassenbaustellen ein Thema.

Zu einer ungewöhnlichen Jahreszeit, dafür bei schönstem Wetter, konnte ich die Gruppe am 3. September in Luzern begrüssen. Leider fehlten einige bekannte Namen, ... aber Ferien müssen auch sein. Cornel Suter, Leiter der Stadtgärtnerei Luzern und Vorstandsmitglied der VSSG ergriff sogleich das Wort und begrüsste die Anwesenden.
Im ersten Teil brachte uns der Ökologe Stefan Herfort den Landschaftspark Friedental geologisch entgegen. Hier liegt die Produktionsgärtnerei der Stadtgärtnerei Luzern. Anfangs des 19. Jahrhunderts wurde das Friedental als Mülldeponie für die Stadt Luzern benutzt. Später wurde die Deponie geschlossen und zugeschüttet. Darauf wurden ab 1940 Familiengärten errichtet. In der Neuzeit betrachtete man dieses Gebiet als ökologische Achse zwischen dem Rotsee und der Reuss, die man instand stellen wollte. Die Deponie wurde saniert. Hierbei mussten 250“000 m3 Abfall entsorgt werden. Im Anschluss wurden umfangreiche ökologische Aufwertungen vorgenommen. Diese umfassten vielfältige Massnahmen wie das Ansäen von Blumenwiesen, das Pflanzen von Wildhecken oder das Anlegen von Teichen und Feuchtstellen. Zum Schluss kamen die Familiengärten wieder neu hinzu. Auch eine Fischzuchtanstalt gibt es in der Zwischenzeit hier. Diese Anlage gehört der Kooperation Luzern. Der Biber ist ebenfalls zurückgekehrt. Zudem kann man dreissig Libellenarten und den Eisvogel wieder beobachten. Die ökologischen Bemühungen haben sich also ausbezahlt.
Noch einige Fakten zum Thema Familiengärten in Luzern. Die Stadt besitzt insgesamt sechzehn Areale mit 860 Parzellen. Die Parzellen sind an den Familiengartenverein verpachtet. Die Stadtgärtnerei ist zuständig für diese Areale. Im Friedenstal gibt es übrigens auch einen Gemeinschaftsgarten neben den klassischen Familiengärten. Nach Cornel Suter funktioniert diese Art der Nutzung reibungslos.
Das Programm wurde anschliessend in der Produktionsgärtnerei weitergeführt. Die Anwesenden konnten sich zwischen Führungen in der Produktion, in der Kompostieranlage und der Baumschule entscheiden. Das sind alles Teilbereiche die an diesem Standort angesiedelt sind. Die Stadtgärtnerei Luzern umfasst im Moment 110 Mitarbeiter, die in fünf Ressorts eingeteilt sind.
Das Mittagessen wurde in der Stadt in einem gemütlichen Restaurant eingenommen. Es gab viel zu erzählen untereinander, da der Corona bedingte Unterbruch doch ziemlich lange war. Nach dem Essen waren die Referate der Gäste an der Reihe. Peter Laubacher von GREEN Pflanzenhandel stellte uns die „effektiven Mikroorganismen“ vor. Die Produktion der Stadtgärtnerei arbeitet biologisch. Um die Kulturen zu schützen und stärken kommen diese Organismen zum Einsatz. Und der Erfolg ist verblüffend. Im Anschluss brachte uns Tobias Richter von der Geschäftsstelle Grünstadt Schweiz, dieses Label näher. Er motivierte uns ebenfalls diese Auszeichnung  uns zuzulegen und somit mehr Natur in die Städte zu bringen. Luzern wird übrigens nächstes Jahr das Goldlabel der Grünstadt Schweiz anstreben.
Aber nach all der Theorie ging es wieder in die Stadt hinaus. Vor Ort konnten wir im Tribschenquartier die Bemühungen der Stadt in Sachen Baum – und Wurzelschutz begutachten. .Wie meistens, bei Strassen – und Leitungssanierungen, kommt es unweigerlich zu Konflikten zwischen den Planern, Strassenbauern und den Stadtgärtnern. Cornel hat uns diesbezüglich die Lösungen aufgezeigt. Im Anschluss spazierten  wir noch in die „Ufschütti“, eine sehr beliebte Grünanlage direkt am Vierwaldstättersee. Martin Suter; Pflegeverantwortlicher linkes Seeufer, präsentierte uns die Besonderheiten bei der Pflege dieser Grünanlage. Im speziellen wurde uns hier auch erklärt, wie die Stadtgärtnerei ihre Pflegepläne im Rahmen der Grünstadt Schweiz anpassen mussten.
Es war ein sehr eindrücklicher und sehr interessanter Tag in Luzern bei Cornel Suter und seinen Mitarbeitern. Noch einmal vielen herzlichen Dank, dass wir euch in der Leuchtenstadt besuchen durften.
Pirmin Frey, Obmann Regionalgruppe Zentralschweiz/Tessin