2023 Chur
Jahreskonferenz VSSG
Die Jahreskonferenz fand am 24./25. August in Chur statt, "der Hauptstadt der drei Sprachen". Dem Leiter der Stadtgärtnerei, Urs Tischhauser, war bei der Begrüssung die Freude anzumerken, dass er nach den Corona bedingten Ausfällen 2020 und 2021 nun endlich die KollegInnen in Chur begrüssen konnte. Er freute sich besonders, dass auch viele Mitglieder aus der Romandie den weiten Weg nach Graubünden auf sich genommen hatten. Er bemerkte, dass die Anlagen, die er ursprünglich im 2020 als Neugestaltungen zeigen wollte, nun schon erste Nutzungsspuren aufweisen.
Text von Peter Stünzi und Stéphanie Perrochet, Fotos von Christian Wieland und Stéphanie Perrochet

Willkommen in Chur
Am Morgen des Donnerstags trafen sich die etwa 80 Teilnehmenden im "B12" zur 60. VSSG-Generalversammlung und Jahreskonferenz. Stadträtin Dr. Sandra Maissen hiess die Teilnehmenden willkommen. Sie präsentierte die Stadt als "Perle der Südostschweiz", welche ein Drittel der Arbeitsplätze im Kanton Graubünden stellt, die aber auch eine Wohn- und Gaststadt ist, wo man sich noch kennt. Chur bietet Möglichkeiten für Winter- und Sommertourismus in kurzer Entfernung. Das relativ warme Mikroklima trotz der Lage auf etwa 560 Meter Höhe über Meer, und die optisch beeindruckenden zwei Calanda-Gipfel (Felsberger- und Haldensteiner Calanda), welche die Stadt überragen, schaffen eine ganz besondere Aufenthaltsqualität und Atmosphäre.

Stadträtin Dr. Sandra Maissen sprach die Begrüssungsworte und gab einen kurzen Einblick in die aktuellen Herausforderungen für die Entwicklung der Stadt Chur.
Die durch Fusionen in den vergangenen Jahren grösser gewordene Stadt revidiert zur Zeit ihre Ortsplanung. Der gewünschte Umbau bringt grosse Herausforderungen mit sich, auch für die Stadtgärtnerei: acht Friedhöfe und der Wunsch viel mehr Bäume zu pflanzen, der Ausbau der Fernwärme, die Verbesserung der Zentrumsfunktionen für die umliegenden Gemeinden… die Arbeit der Stadtgärtnerei in dieser schönen Stadt der kurzen Wege ist für eine hohe Lebensqualität sehr wichtig.
Statutarische Geschäfte
Unter der zügigen Leitung ihres im Vorjahr gewählten Präsidenten Axel Fischer (Grün Stadt Zürich) wurden der VSSG Jahresbericht und die Jahresrechnung 2022, der Rechnungsprüfungsbericht sowie das Budget 2024 diskussionslos und einstimmig angenommen.

Axel Fischer (Präsident), Stéphanie Perrochet (Geschäftsleiterin), Christoph Schärer (Vize-Präsident, Finanzen und Controlling), Markus Weibel (Vorsitzender der GSS-Kommission) und Cédric Pelletier (Delegierter Frankreich).
Die volle Zustimmung und Unterstützung der Mitglieder für die grosse Arbeit, die der Vorstand leistet, zeigte sich auch bei der Dechargeerteilung für den Vorstand. Einzig bei der Änderung des Geschäftsreglements des Labels Grünstadt Schweiz, welche eine Erhöhung der Lizenzgebühren vorsah, gab es wenige Enthaltungen. Per Akklamation wurden die acht neuen regulären Mitglieder und ein Einzelmitglied willkommen geheissen.
Zwischenberichte 2023
Über die aktuellen Vorstandstätigkeiten und Themen der Arbeitsgruppen wurde unter dem Traktandum “Zwischenberichte 2023“ informiert. Beim Thema Grünstadt Schweiz kamen die grossen finanziellen Herausforderungen für das Label zur Sprache. Von den zertifizierten Gemeinden wurde der wichtige Mehrwert des GSS-Auditorenberichts hervorgehoben, der den Bewerberinnen für das Label als Expertenbericht mit vielen Hinweisen für die Weiterentwicklung der Arbeit der Ämter überreicht wird. In seinem kurzen Erfahrungsbericht schilderte Emanuel Trueb, Leiter der Stadtgärtnerei Basel, die Bedeutung, welche die Zertifizierung für die gesamte Stadt hat. Zertifiziert wird nicht nur das Grünamt sondern auch die grünrelevanten Tätigkeiten der anderen Ämter (Sport, Immobilien, Personal, Finanzverwaltung, usw.). Durch ein privates Unternehmen erstellt, wäre ein solches Gutachten wesentlich kostspieliger. Basel bereitet sich auf die erste Rezertifizierung 2024 vor und für Emanuel Trueb ist es nicht sicher, ob es für das Gold-Label reichen wird.

Emanuel Trueb, Basel, wies besonders darauf hin, dass die Beurteilung, welche das Auditgremium GSS der Stadt übergibt, ein umfassendes, wertvolles Hilfsmittel ist, auf dem Weg der stetigen Verbesserung.
Im laufenden Jahr erhielten sechs Kommunen neu das Grünstadt-Label (Montreux, Sierre, Vevey, Dietikon, Cologny und La Tour-de-Peilz). Der Schwerpunkt der zertifizierten Städte und Gemeinden liegt eindeutig in der Romandie, konstatierte Markus Weibel, GSS Kommissionsleiter und VSSG Vorstandsmitglied. Die GSS-Kommission wurde teilweise neu aufgestellt: die neue Vertreterin des Bundesamts für Umweltschutz (BAFU) in der Kommission ist Dr. Claudia Moll, vielen KollegInnen auch aus ihrer langjährigen Tätigkeit beim BSLA bekannt. Beim BAFU arbeitet sie zum Thema “Biodiversität und Landschaftsqualität in Agglomerationen“, ihre Mitarbeit in der Kommission ist eine wertvolle personelle Ergänzung.
Eine echte Erfolgsstory ist die vor fast zehn Jahren von der Arbeitsgruppe Ökologie und Nachhaltigkeit lancierte Datenbank "Bewertung und Erfassung von Pflanzenschutzmitteln“ (BEP). Alex Borer, BEP Projektleiter, zeigte die Auswertung mit einer allgemeinen Abnahme des Einsatzes von chemischen Pflanzenschutzmitteln (PSM) und einer markanten Verschiebung zu PSM mit FiBL-Zulassung (Biomittel). Die Menge an eingesetzten Organismen zum Pflanzenschutz hat zugenommen. Durch ein Bundesgesetz wird ab 2025 die digitale Erfassung aller von Landwirten, Gärtnereien, Gemeinden, SBB und anderen professionellen Nutzern angewendeten Pflanzenschutzmittel obligatorisch. Die bestehende VSSG-Datenbank BEP wird zu dem vom Bundesamt für Landwirtschaft (BWL) eingeführten Programm digiFLUX eine Schnittstelle erhalten, welche den Städten und Gemeinden ermöglicht, die zusätzlichen Funktionen des BEP weiter zu nutzen (Bewertungen und spezifische Statistiken) und gleichzeitig ihrer Mitteilungspflicht nachzukommen. Die VSSG ist durch Alex Borer im Fachausschuss digiFLUX vertreten. Die Datenbank BEP wird in Zukunft zusätzlich für eine Eingabe von Düngemitteln erweitert. In einer studentischen Semesterarbeit an der Fachhochschule Nordwestschweiz wurden die wichtigsten Erfassungs- und Bewertungskriterien herausgearbeitet, z.B. die Herkunft der Rohstoffe, ihre chemische Herstellung oder die Verwendung von Abfällen.
Die neu gegründete Arbeitsgruppe Freiraumplanung und die Aktivitäten der bestehenden Arbeitsgruppen Bäume, Friedhöfe, Nachhaltigkeit und Ökologie sowie Kinder im Stadtraum kamen ebenfalls zur Sprache. Die im 2023 noch geplanten Veranstaltungen 2023 wurden kurz vorgestellt.
Beim Stehlunch im Garten des B12 gab es einen regen Austausch unter den VSSG-Mitgliedern und den Vertretern der Sponsoren. In der Mitte: Stefan Müller, neuer Leiter von Stadtgrün Thun, im Gespräch mit Christine Bräm, Leiterin Grün Stadt Zürich.
Fachbesuche
Ab Donnerstagnachmittag und für den Freitag hatte die Stadtgärtnerei ein dichtes Programm von Fachbesuchen geplant. Die Anlagen und Projekte wurden in vier von Mitarbeitenden der Stadtgärtnerei geführten Gruppen vorgestellt.

Die Gruppenführer, von links nach rechts: David Raich, Joël Rupp, Martin Cavelti und Roman Juon.
Spielplatz Quader
Der schöne und abwechslungsreiche Spielplatz am Rande des Stadtzentrums wurde 2019 vollständig renoviert und umgestaltet. Das nutzungsfreundliche Design entwarfen Christoph Kohler, Landschaftsarchitekt, und die kreative Spielplatzfirma motorsänger gmbh. Die technischen Voraussetzungen des Baus waren schwierig, da fast die gesamte Anlage auf einem Unterwerk liegt und somit auf einer Betonplatte gestaltet werden musste.

Christoph Kohler (links) berichtet über den Planungs- und Bauablauf zur Gestaltung der anspruchsvollen Anlage.
Bei den Spieltürmen, am Kleinkinderspielbereich und an der Wasseranlage, umgeben von einem dichten, hohen Gürtel einheimischer Gehölze fühlt sich der/die BesucherIn wie in einer abenteuerlichen Spielwelt ausserhalb der Stadt. Die Anlage ist sehr nutzungsfreundlich und sorgfältig durchdacht gestaltet, die zahlreichen ebenerdigen Spielgeräte wie Klangkasten, Zerrspiegel, usw. sind auch im Rollstuhl zugänglich und somit auch von Kindern mit besonderen Bedürfnissen nutzbar.

Das holzbetonte Design aus verschiedenartigen Quadern und roten Masten, die vielseitigen Spielangebote aber auch die schöne Umgebung machen die Anlage zu einem beliebten Aufenthaltsort für gross und klein.
- Jahreskonferenz Bildergalerie Spielpatz Quader
- Informationen Spielplatz Quader, Stadt Chur
- Informationen Spielplatz Quader, Kohler Landschaftsarchitektur
- Informationen Spielplatz Quader, Firma motorsänger
Bahnhof- und Steinbockstrasse
Die Stadt Chur gibt seit 2016 dem Fussverkehr mehr Platz und schaffte an zentralen Standorten wie der Bahnhofstrasse und der Steinbockstrasse neue Fussgängerzonen mit hoher Aufenthaltsqualität. Harry Wolfensberger, Leiter Freiraumplanung der Stadt Chur, berichtete, dass das Projekt durch interdisziplinäre Zusammenarbeit der Fachleute der eigenen Ämter entstand. In dem langgezogenen Strassenplatz liegen Natursteinflächen wie Intarsien im umfliessenden Asphalt und die in unregelmässigen Abständen gepflanzten Bauminseln sorgen für die schattenspendende dritte Dimension.

Einheimische Föhren (Pinus sylvestris), die schirmförmige japanische Kobushi-Magnolie (Magnolia kobus) sowie eine Zuchtsorte der gefüllt blühenden europäischen Vogelkirsche (Prunus avium 'Plena') prägen die Fussgängerzone und setzen in jeder Saison besondere Akzente.
Grosse Aufmerksamkeit kam auch der Möblierung zu (farbige Bänke mit beweglicher Rückenlehne) und der Schaffung ausreichender Möglichkeiten zum Velo abstellen. Die Geschäfte verzeichnen seit Inbetriebnahme der Fussgängerzone steigende Verkaufszahlen. Das Entwässerungskonzept trägt ebenfalls zur Anpassung an den Klimawandel bei: anfallendes Regenwasser wird vor Ort flächig versickert oder in die Baumgruben eingeleitet, nur bei extremen Regenereignissen treten die zentralisierten Versickerungsanlagen in Funktion.

Das System "Treeparker" sorgt für eine geregelte Luft- und Wasserzufuhr in die Baumgrube. Die Kies- und Steinbeläge am Baumfuss schaffen ein harmonisches Gesamtbild, welches dank des Unterbaus auch bei höheren Gewichtsbelastungen nicht aus den Fugen gerät.
Planungs- und Projektbeschrieb Steinbockstrasse, Stadt Chur [pdf, 7.4 MB]
Erschliessung und Park Rosenhügel-Hirschbühl
Der bestehende historische Park - früher als Richtstätte Galgenbühl genannt - sollte von der Altstadt her besser erschlossen und mit dem Hirschbühl zu einem grösseren Naherholungsgebiet mit Blick auf die Stadt zusammengefasst werden. Der 2006 gestaltete, offene Einstiegsplatz am Lindenquai weist schon auf den Park hin und macht g'lustig auf einen Besuch der höheren Lagen.


Der von Wegener Landschaftsarchitekten gestaltete grosszügige Vorplatz zur Treppe Richtung Hohenbühlweg, am Lindenquai in der Churer Altstadt. Der elegante Brunnen und die schlichten Holzbänke laden zum Aufenthalt ein.
Der Landschaftsarchitekt Markus Urbscheit führte uns über die von seinem Büro geplante und gebaute Treppen- und Parkanlage. Er erläutert die feinen Gestaltungsideen und ihre präzise Ausführung und gab den Teilnehmenden einen Einblick in die Geschichte des Ortes.
Ursprünglich Richtplatz ausserhalb der Stadt, war der Galgenbühl seit Beginn des 19. Jahrhunderts funktionslos. 1836 wurde der Galgen abgebaut, den Hügel liess man zuwachsen. An eine Parkgestaltung war noch nicht zu denken. Aber schon wenige Jahre später, 1848, hatte der Botaniker und Pädagoge Alexander Moritzi (1806-1850) die Idee, auf dem Gelände einen botanischen Garten einzurichten. Er verpackt seinen Vorschlag in den Entwurf einer Parkanlage und legte ihn der Stadtregierung zur Realisierung vor. Diese stimmt der Idee zu und erteilt die Bewilligung zur Erstellung, unter der Bedingung, es darf die Stadt nichts kosten. Moritzi schaffte es, die notwendigen Mittel zu organisieren. Ab 1850 wird der Garten angelegt, ein Jahr lang finden Erdbewegungen statt, im folgenden Jahr wird angepflanzt.

Die Hügelkuppe des Rosenparks prägt ein Kastanienrund, in dessen Zentrum das Tuffsteinwasserbecken liegt. Als Inspiration für die ursprüngliche Gestaltung diente der damalige Zürcher botanische Garten zur Katz.
Der Initiator der Parkanlage verstirbt vor der Fertigstellung seines Werkes und schon bald lässt der Unterhalt zu wünschen übrig. Der "Verschönerungsverein" der Stadt stupfte den Stadtrat, die Anlage besser zu pflegen. In den 1930er Jahren folgt die Überbauung des Hügelfusses, 1980 erweiterte der Stadtrat die Grünzone. 2019 wurde der seit Jahrzehnten ungenutzte und verfallende "Gabentempel" des Schützenfestes von 1842 grundsaniert und an prominenter Stelle im Park neu platziert.

Heute kann man den "Gabentempel" für private Veranstaltungen mieten.
Der Kauf einer angrenzenden Parzelle im 1990 ermöglichte in den 2000er Jahren die Erstellung eines umfassenden Parkprojektes für eine grössere Anlage und eine bessere Erschliessung des Ortes von der Stadt her. Den an mehrere Büros erteilten Studienauftrag konnten Schmid Urbscheit Landschaftsarchitekten für sich entscheiden.

Der ideale Naherholungsort mit Panoramaterrasse: Ruhe, bequeme Sitzgelegenheiten, Blick auf die Altstadt und bei Sonnenschein ein Ausblick bis nach St. Gallen.
Der Treppenanlage widmeten die Landschaftsarchitekten eine ganz besondere Sorgfalt. Die Gestaltung berücksichtigt die bestehende Geländeform und die Details der Ausführung passen ebenfalls in die Region: rostender Schwarzstahl mit Eichenhandlauf und Trittflächen aus eingelegten San-Bernadino-Granitplatten. Das oberste Podest der Treppenanlage lädt mit seinen massiven Stein-Sitzbänken zum Verweilen und Geniessen des Ausblicks auf die Stadt ein.

Mehrfach versetzt, mit jeweils unterschiedlichen Podesten schmiegt sich die Treppe an die Topographie, als gehöre sie schon immer in diese Landschaft.

Von der Altstadtseite her, in der zweiten Stufe, überwindet die neue Treppe die bestehende Natursteinmauer.
Nachtessen im VA BENE
Donnerstag Abend ging's zum Apéro und Nachtessen ins Restaurant VA BENE, wo wir mit einer ausgezeichneten Mahlzeit verwöhnt wurden. Marco Todisco, Bünder "Cantautore" (Musik und Poesie) erheiterte die Gesellschaft gekonnt dreisprachig und musikalisch.

Sportstättenkonzept und Bachrenaturierung
Chur verfügt über ein breit abgestütztes Sportstättenkonzept. Darüber, und wie die Umsetzung erfolgt, liessen sich die Tagungsteilnehmenden am Hauptstandort Sportanlage Obere Au informieren. Unter der Federführung des Wirtschaftsdepartements verlief die Projektierung der Gesamtanlage zügig. Partikularinteressen wurden abgewogen, die formulierten Bedürfnisse mit der nötigen Distanz sachlich beurteilt und in die Planung einbezogen.

Die Umsetzung des Sportstättenkonzepts, welches mehrere Millionen kostet, erfolgt in mehreren Etappen.
Ein Teil der Sportplätze liegt in einer Grundwasserschutzzone. Deshalb sind der Boden unter dem umgelegten Mühlbach und ein Teil der Sportplätze mit Matten oder Folien in 50 Zentimeter Tiefe abgedichtet. Als erstes musste das Retentionsbecken gebaut werden. Ein Trennwassersystem ist in Chur im Aufbau. Dann folgte die Umlegung des Baches, welcher sich der Lage der Sportfelder anpassen musste und deswegen in ein neues Trassee verlegt wurde.

Der Mühlbach bietet nicht nur einheimischen Pflanzen und Tieren ein Habitat, sondern auch müden Sportlern - oder anderen Erholungssuchenden - ein schönes Plätzchen zum Ausruhen.
Neue Bocciahalle
Für die Vervollständigung der Gesamtanlage Obere Au ergänzte man die schon bestehenden Hallen durch eine Bocciahalle am Mühlbach. Der Sport kann damit auch bei Regen oder im Winter bei Schneelage gespielt werden.

Urs Tischhauser, Leiter der Stadtgärtnerei Chur und Gastgeber der Jahreskonferenz, berichtet über die komplizierte Trasseefestlegung für den Mühlbach: aus Platzgründen weist der Bach an einer Stelle eine fast 90 Grad "eckige" Biegung auf. Im Hintergrund die Bocciahalle.

Der umgelegte Mühlbach wurde soweit möglich naturnah gestaltet und bepflanzt, er hat streckenweise flachere Ufer und wird nur dort von Steinen begrenzt, wo dies aus Platzgründen technisch nicht anders machbar war.
Jahreskonferenz Bildergalerie Umlegung und Gestaltung Mühlbach
Fussballfelder aus Kunst- und Naturrasen
Nach dem Bau der Bocciahalle folgten die Kunstrasenplätze für Fussball. Da diese im Gegensatz zu den Naturrasenplätzen immer bespielbar sind, konnten sie während des Baus der Rasenplätze stärker belastet werden. Eines der Kunstrasenfelder ist mit 120 Metern überlang, um auch das Spielen von American Football zu ermöglichen. Die Naturrasenspielfelder wurden zuletzt gebaut.
Im Grunde gehört zu einer so breit aufgestellten Sportanlage eine 400 Meter Laufbahn. Diese hätte aber den Raum von drei Fussballrasenplätzen gekostet, was nicht tragbar war. So einigten sich die Stadt Chur, der Kanton Graubünden und die benachbarte Gemeinde Landquart, eine dort schon bestehende Anlage gemeinsam zu sanieren und zu betreiben. Die Kosten werden zu je ein Drittel aufgeteilt.

Stolz stellte der Headgreenkeeper Lukas Thierstein seine perfekten, tief bewurzelten Rasenplätze vor.
Auf den Rasenplätzen werden in der Vegetationszeit wöchentlich je 20-25 Stunden gespielt. Es besteht eine absolute Winter-, Regen- und Laufschulsperre, welche rigoros durchgesetzt wird. Der Greenkeeper setzt vor allem auf Pflanzenstärkungsmittel, diese sind für ihn entscheidender als die Düngung. So genügen 20-25 Gramm N/Jahr für einen wuchsfreudigen Rasen. Krankheiten sind in den drei Jahren seit Inbetriebnahme noch nicht aufgetreten. Die Schnitthöhe beträgt im Sommer 32 Millimeter sonst 25. Das Schnittgut wird aufgenommen. An regenfreien Tagen wird der Rasen gewässert.

Feuchtigkeitsmessgerät, Rasengabel, spezifische Pflanzenstärkungsmittel: die Ausrüstung entspricht dem Anspruch an einen perfekten Rasen.

Von links nach rechts: Stanley Mathey (Morges), Stéphane Grand (Montreux), Cédric Pelletier (Renens) und Lionel Guichard (Yverdon-les-Bains).

Eine grosse Skatebahn vervollständigt die Sportanlage Obere Au. Sie ist abends beleuchtet und geeignet für Skateboards, Inlineskates, BMX-Fahrräder und Scooter/Trottinett.
- Jahreskonferenz Bildergalerie Sportanlagen Obere Au
- Mehr Informationen zu Sport- und Eventanlagen, Stadt Chur
Fontanapark
Der Fontanapark ist ein kleiner aber blütenreiche Volkspark im Herzen von Chur. Er liegt an der Grabenstrasse unweit des Postplatzes am westlichen Eingang zur Altstadt. Benannt ist der Park nach dem Bündner Freiheitshelden Benedikt Fontana, der 1499 in der Schlacht an der Calven fiel. Ein 1903 nach einem Wettbewerb errichtetes Denkmal des Bildhauers Richard Kissling im Park stellt ihn dar.

Der Park war ursprünglich Teil des 1729 errichteten Herrschaftshauses, im Besitz von Peter von Salis-Soglio. Auf dem Foto oben ist ganz rechts die 1731 erstellte Tuffsteingrotte sichtbar.
1863 wurde der Platz geteilt und neu gestaltet, aus dieser Zeit stammen die meisten der heute den Park zierenden mächtigen Bäume. Von 1936 bis 1958 war die Fläche an eine Gärtnerei vermietet, seit 1966 steht der gesamte Park unter Denkmalschutz. 2006 kam es zu der heute noch bestehenden Neugestaltung durch Landschaftsarchitekt Guido Hager (seit 2023: uniola Landschaftsarchitekur - Stadtplanung). Die damals angelegte Eibenpergola hat sich inzwischen zu ihrer vollen Pracht entwickelt.


Die Saison- und Staudenpflanzungen werden regelmässig angepasst oder erneuert, zur Erstellung der Pflegepläne wird Guido Hager auch heute noch beratend beigezogen.
- Jahreskonferenz Bildergalerie Fontanapark
- Neueröffnung des Fontanaparks, Artikel in: Die Südostschweiz, 2006 [pdf, 1.9 MB]
- Mehr Informationen zum Fontanapark, Stadt Chur
Friedhof Daleu und Umgebung
Zum Tagungsabschluss besuchten die Teilnehmenden den 1862 eröffneten Friedhof Daleu. Zu Beginn erhielten wir in der Friedhofkappelle eine interessante Einführung ... in die fünf Idiome des Rätoromanisch. Danach wurde der Friedhof durchstreift. Der axial angelegte, auf die neuromantische Friedhofkapelle ausgerichtete Mittelweg, sowie die rechtwinkligen Längs- und Querwege gliedern die symetrischen Grabfelder klar und übersichtlich. Der vielfältige Baumbestand erinnert an einen botanischen Garten. Eine zwischenzeitlich beschlossene Aufhebung wurde glücklicherweise nie vollzogen, und nach der Neueröffung des Friedhofs Fürstenwald enstanden freie Grabfelder im Friedhof Daleu. So konnte dieser seit 2015 den geänderten Wünschen der Gesellschaft angepasst und mit neuen, originellen Ideen gestalterisch ergänzt werden. Zu den neuen Bestattungsangeboten gehören zum Beispiel die Gemeinschaftsgräber längs des Hauptweges.

An den Gemeinschaftsgräbern können, falls von der Familie gewünscht, die Namen der Verstorbenen auf einem Messingplättchen herausgraviert in die Betonstreifen eingelegt werden.
Die drei Grabfelder links und rechts des Hauptweges sind duch drei langgestreckte Platten für den Blumenschmuck und die Namenstafeln markiert. Die Urnen werden in Rasenstreifen beigesetzt, in den angrenzenden, dahinterliegenden Wiesenflächen sind auch Erdbestattungen im Gemeinschaftsgrab möglich.
Auf Initiative von Hebammen und Pfarrpersonen, wurde neu ein Grabfeld für Engelskinder eingerichtet, in welchem Kinder bis zum siebten Altersjahr beigesetzt werden können.

Das Grabfeld für Kinder schmückt ein flacher Brunnen aus Naturstein, mit schwacher Wasserbewegung.

Bodeneben verlegte Steinplatten zeigen die Grabstellen an, einfacher Schmuck kann dort abgelegt werden.

Zahlreiche immergrüne Baumarten, aber auch einzelne Palmen und gut gepflegte bodendeckende Stauden schaffen eine friedvolle Atmosphäre.

Auch die Zugänge zum Friedhof sind sorgfältig gestaltet und gut gepflegt.
- Jahreskonferenz Bildergalerie Friedhof Daleu und Umgebung
- Mehr Informationen zum Friedhof Daleu, Stadt Chur
Die perfekt organisierte Jahreskonferenz war für viele Teilnehmende eine echte Neuentdeckung der Stadt Chur. Die beeindruckende Arbeit der Stadtgärtnerei, die in den vergangenen Jahren erstellten grossen Projekte zur Modernisierung der Stadt und ihre schöne Gesamtsituation machten unseren Aufenthalt zu einem gelungenen Erlebnis. Ein herzlicher Dank für das grosse Engagement geht an Urs Tischhauser und seine Mitarbeitenden !
- Programm der Jahreskonferenz in Chur [pdf, 2.5 MB]
- Mehr Bilder von der Jahreskonferenz 2023, Website von Christian Wieland
- Artikel zur VSSG-JK 2023 von Peter Stünzi, dergartenbau 18/2023 [pdf, 4.0 MB]
Seite aktualisiert am 08.02.2024
