Tag des Friedhofs 2021 in Solothurn
Kultur und Natur auf dem Friedhof St. Katharinen
Den internationalen Tag des Friedhofs gibt es in der Schweiz seit 2014. In Solothurn hat er am Samstag, 18. September 2021 zum ersten Mal stattgefunden. Bei allerschönstem Wetter haben sich auf Einladung der Einwohnergemeinde und der Interessengemeinschaft Friedhof rund hundert Besucher eingefunden.

Gleich zu Beginn wurde ihnen wunderschöne, ergreifende Musik geboten. Esther Fluor, Thomas Fluor und Philippe Gantenbein begeisterten mit ihren Instrumenten und ihrem Gesang das Publikum. Im Anschluss kamen zwei informative Themen zum Zug.

Walter Glauser, Friedhofexperte aus Schwarzenburg, vermochte das Publikum mit seinen Ausführungen betreffend "Wandel in der Bestattungskultur" zu fesseln. Lebhaft erzählte er viel Interessantes über die Veränderung der Friedhöfe in Richtung Biodiversität und über die verschiedenen Rituale in den fünf Weltreligionen.

Die zweite Führung mit Werkhofchef Patrick Schärer und Stadtgärtner Daniele Perego hatte die zwei Themen "Neues Pflegekonzept" und "Bestattung im Friedhain" zum Inhalt. Der naturfreundliche Unterhalt des Friedhofs fördert den Artenreichtum und die Vernetzung für Fauna und Flora. Auf dem östlichen Teil des Friedhofs soll nun durch Pflanzung von jungen Bäumen die Möglichkeit von Urnenbeisetzungen in einer naturnahen Umgebung geschaffen werden. Dieses Projekt erfordert eine Änderung des Friedhofreglements und bedarf noch der Genehmigung durch den Gemeinderat und die Gemeindeversammlung. Schon das Wissen um die Klimaverbesserung durch mehr Bäume vermag zu überzeugen.

Am Marktstand des Naturfördervereins konnten sich die Interessierten anschliessend beim Studium einer Plakatausstellung darüber informieren, wie viel Leben schon heute auf dem Friedhof zu finden ist. Dafür sind von Vereinsmitgliedern und dem Naturmuseum Solothurn zum Teil mit Fotofallen während einem halben Jahr Erhebungen über Wildtiere, Vögel und Blütenpflanzen gemacht worden.
Von "Urtica-Naturgarten" wurden zudem mehrjährige einheimische Blütenpflanzen angeboten, welche anstelle von Wegwerfpflanzen als alternativer Grabschmuck dienen können.
Zum gemütlichen Abschluss konnte man sich in der Kaffeestube der Hohenlinden mit Getränken und feinem Gebäck verwöhnen lassen. Alle freuten sich über den grossen Erfolg der Veranstaltung.
Heinz Flück und Peter Fluri, IG Friedhof
Seite erstellt am 10.10.2021