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Friedhof Madretsch, Biel 2025

Die Arbeitsgruppe Friedhöfe trifft sich in der Regel viermal jährlich, wobei ein bis zwei Sitzungen physisch auf einem Friedhof vor Ort stattfinden. Ziel dieser Treffen ist es, aktuelle Themen rund um das Bestattungswesen, die Friedhofsentwicklung und die Grabkultur im fachlichen Austausch zu vertiefen.

Die Sitzung vom 1. Juli 2025 fand auf dem Friedhof Madretsch in Biel statt. Sacha Felber von der städtischen Friedhofverwaltung und Arbeitsgruppenmitglied hiess die Mitglieder der AG herzlich willkommen und führte durch die eindrucksvolle Anlage, die im Jahr 1907 eröffnet wurde.

Im Rahmen der fachkundigen Führung erhielten die Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Grabangebote sowie in die organisatorischen Abläufe und das Vorgehen auf den Friedhöfen der Stadt Biel. Neben klassischen Grabformen finden sich auf dem Friedhof Madretsch auch zahlreiche moderne und alternative Bestattungsmöglichkeiten, darunter:
•    Gemeinschaftsgräber mit Namensnennung – würdevoll, pflegearm und gestalterisch klar gefasst;
•    Wiesengräber – naturnahe Form mit grosser ökologischer Bedeutung;
•    Bestattungswald Madretsch – Urnenbeisetzungen unter Bäumen, schlicht und zukunftsweisend;
•    Muslimisches Grabfeld – kultursensibel gestaltet mit rituell korrekter Ausrichtung;
•    Erinnerungsgarten für Haustiere – eine seltene, aber zunehmend gefragte Form des Gedenkens;
•    Spezialfelder mit thematischer oder biografischer Gestaltung – individuell und sinnstiftend.

 

Sich wandelnde Bedürfnisse

Die Führung verdeutlichte eindrucksvoll, wie die Stadt Biel auf die sich wandelnden Bedürfnisse im Bestattungswesen reagiert, von ökologischen Anliegen über spirituelle Vielfalt bis hin zu gesellschaftlichen Veränderungen. Neben gärtnerischen Fragestellungen und der gestalterischen Qualität wurde auch der zunehmende Stellenwert von Friedhöfen als Orten der Biodiversität, der Hitzeminderung und der klimaangepassten Stadtentwicklung thematisiert.

 

Vielfalt an Grabformen

Besonders bereichernd war auch einmal mehr der direkte Austausch über die Vielfalt an Grabformen, ein Thema, das von Ort zu Ort sehr unterschiedlich interpretiert und umgesetzt wird. Diese Unterschiede spiegeln nicht nur lokale Traditionen und kulturelle Prägungen wider, sondern eröffnen auch neue Perspektiven für die Weiterentwicklung der Friedhöfe im eigenen Verantwortungsbereich.

Der Friedhof Madretsch präsentierte sich als eindrucksvoller Ort des Gedenkens, der historische Kontinuität mit innovativen Ansätzen verbindet. Die Kombination aus gestalterischer Qualität, ökologischer Verantwortung und kultursensibler Offenheit bietet wertvolle Impulse für die Friedhofsarbeit in anderen Gemeinden.

Im Nahmen der Arbeitsgruppe ein herzliches Dankeschön an Sacha Felber und sein Team der Friedhöfe in Biel.

Stefan Brunner am 1. Juli 2025


Seite erstellt am 27. 07.2025