GALK 2013 Hamburg

GALK und igs

Am Standort der igs 2013, Internationale Gartenschau Hamburg, fand dieses Jahr die Gartenamtsleiterkonferenz von Deutschland (GALK) statt. Die GALK erzielt vor allem Wirkung durch die Tätigkeit ihrer Arbeitskreise. Auszugsweise wird auf Erfahrungen und Trends hingewiesen.

Haftung bei Bürgerarbeit
Heribert Eschenbruch, Leiter des Arbeitskreises Organisation und Betriebswirtschaft stellt fest:
- Bürgerarbeit ist das aktuel politische Zauberwort für die Pflege von öffentlichen Grünflächen.
- Bürgerarbeit kann die Identifikation der Bürger mit ihren Anlagen verbessern
- Bürgerarbeit ist öffentlichkeitswirksam
- Bürgerarbeit führt aber selten zu einer finanziellen Entlastung der kommunalen Haushalte
Ruft die Stadt zu einer Aktion auf oder wird z.B. für Baumpatenschaften geworben, so steht die Stadt/das Gartenbauamt in der Arbeitgeberfunktion zum Bürger oder als Vermieter. Für die Gemeinden ergeben sich daraus umfangreiche Verpflichtungen, die häufig nur sehr schwierig zu erfüllen sind.
Was kann das heissen? Z.B.  Die Gemeinde ist für die Instruktion und Einhaltung der Arbeitssicherheit verantwortlich. Ist das zu leisten? Die Instruktion sollte jährlich und persönlich erfolgen, Beteiligte müssen namentlich erfasst werden. Von Maschineneinsatz wird ganz abgeraten aus sicherheitstechnischen Überlegungen.
Wegen den Verpflichtungen der Gemeinde wird daher dazu geraten, bei Arbeiten an Flächen, die in der Nähe des Grundstücks der Bewohner liegen, z.B. Wässern von Jungbäumen, Baumpatenschaften oder Mähen von Strassengrün nicht von ehrenamtlicher Tätigkeit zu reden, sondern dies als eigennützige Tätigkeit einzustufen

Anlagenaufsicht
Zur Vermeidung von Verschmutzungen und Zerstörungen von Grünanlagen werden in Deutschland zunehmend Anlagenaufsichten eingeführt. Auch wenn dies zunächst sehr teuer erscheint, kann es sich insbesondere durch eingesparte Reinigungskosten schnell lohnen. Zudem vermittelt die Präsenz von Aufsichtspersonal ein Sicherheitsgefühl und erhöht somit die Aufenthaltsqualität in einer Grünanlage. Der grösste Effekt durch Aufsichtspersonal ergibt sich beim Einsatz in den Abendstunden und an Wochenenden.

Öffentlichkeitsarbeit beim Baumfällen
Den Bewohnern zu Vermitteln, warum ein Baum gefällt werden muss, gehört zu den schwierigsten Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit eines Gartenbauamtes. Insbesondere im Januar und Februar erwacht bei den Stadtbewohnern der Wunsch nach Grün. Sie werden zunehmend empfindlicher wenn Baumfällungen durchgeführt werden. Die Gartenbauämter können dies mindern, wenn die Fällungen mit Beginn Herbst durchgeführt werden. Es ist beabsichtigt, einen Informationsfilm über Baumkontrollen und Gründe fürs Fällen zu erstellen.

Kein Budget für Stadtbäume
In der Berichterstattung Arbeitskreis Bäume wird auf die Diskrepanz hingewiesen, dass Stadtbäume für Stadtklima und Stadtbild von Bedeutung sind, die Realität in den Gemeinden aber ganz anders aussieht. Fällungen aufgrund von Verkehrssicherheitsüberlebungen finden weiterhin statt. Neu- oder Nachpflanzungen sind jedoch wegen knapper Budgets oft nicht mehr möglich. Auf der anderen Seite gibt es aber eine grosse Bereitschaft in der Bewohnerschaft, für Bäume zu spenden. Deshalb bieten viele Städte Baumsponsoring an. In Hamburg konnten dank der grossen Resonanz 2011 über 2'500 Bäume mit Sponsorengeldern gepflanzt werden. Berlin will durch ein Sponsorenprogramm zusätzlich 10'000 Bäume pflanzen. Ist eine Einzel- oder Sammelspende von 500 Euro erfolgt, so wird der Betrag durch die Senatsverwaltung Berlin verdoppelt. In Münster wurden 210 Lindenstandorte zum Preis von 1000 Euro im Internet angeboten und waren per Onlinebuchung rasch vergriffen.

Familiengärten unterschiedlich nachgefragt
Das Präsidium des Deutschen Städtetages hat die Leitlinien zur Zukunftsfähigkeit des Kleingartenwesens verabschiedet. Während in Wachstumsgebieten die Nachfrage nach Gärten eher steigt wird in strukturschwachen Gebieten ein wachsender Leerstand festegestellt. Der Arbeitskreis stellt sich positiv zu aktuellen und alternativen Gartennutzungen. Für ihn können diese Garteninitiativen auch das Kleingartenwesen positiv beeinflussen.

Peter Stünzi