GALK 2016 Fulda

BUNDESKONGRESS DER FACHVERBANDE DEUTSCHLANDS IN FULDA

Unter dem Leitthema «Grün in der Stadt» - Grüne Netzwerke als Basis für das Weissbuch stand der dreitägige Kongress. Die Fachleute wollen Handlungsstrategien und Positionen finden. Die Werte sind angesichts der neuen Herausforderungen und knapper Haushaltsbudgets langfristig zu sichern und zu erhöhen.

In der sehr grossen, ehemaligen Orangerie des Barockschlosses in Fulda trafen sich am Donnerstag 23.06.16 die Mitglieder der GALK, der Gartenamtsleiterkonferenz, ähnlich der Jahrestagung der VSSG. Ähnlich ist auch die Themengliederung mit den verschiedenen Arbeitskreisen wie in der VSSG. Speisen durften wir in dem eindrücklichen Schlosssaal mit einer üppigen Barockmalerei. Am Freitag kamen dann die Kolleginnen und Kollegen anderer grüner Verbände hinzu. Das intensive Programm mit vielen Vorträgen und die Gespräche zwischendurch und abends waren sehr lehrreich und informativ.

Als Hauptthema wurde das sogenannte "Grünbuch" (Entwurf) der Bundesregierung mit dem Thema "Grün in der Stadt" welches zu einem "Weissbuch" (gemeinsam beschlossene Fassung) werden soll. Das Buch Grün in der Stadt formuliert Wert und Nutzen und wie mit dem öffentlichen Grün umgegangen werden soll. Für eine lebenswerte Zukunft ist urbanes Grün unabdingbar. Mit einer gezielten Planung der grünen Infrastruktur und einer grossen Vielfalt soll die Qualität in der Stadt gesteigert werden. Grün übernimmt soziale Funktionen und mit der Partizipation der Bevölkerung kann Grün gestärkt werden. Nicht zuletzt auch in anbetracht des Klimawandels werden Visionen und Zukunftsbilder zur Grünen Stadt formuliert.

Das erstaunliche daran ist, dass die Initiative dazu vom Bund kam. Genauer gesagt vom Ministerium für Umwelt und Reaktorsicherheit. Bisher hat sich der Bund für dieses Thema wenig interessiert. Auch in der Schweiz sind die Grün- und Freiräume in den Städten und Gemeinden auf Bundesebene meist nur am Rande anderer Programme thematisiert. Die GALK war ebenfalls etwas überrascht aber umso mehr erfreut, dass das Thema in dieser Form nun aufgegriffen wurde und vertieft werden soll. Nach den Vernehmlassungen in einer schier unübersichtlichen Liste von Verbänden und Interessengruppen soll dann bis Frühjahr 2017 ein definitiver Text für das Weissbuch festgesetzt werden.

Die GALK hat klare Position bezogen und fordert: Die Stadtentwicklung ist vom Freiraum aus zu denken. Grün aus einer Hand Planen-Bauen-Pflege.

An der GALK wurde das Thema der Nutzung öffentlicher Grünräume diskutiert. In den verdichteten Städten wird festgestellt, dass vermehrt private oder halbprivate Nutzungen in öffentlichen Räumen immer stärker zunehmen. Hochzeiten für 700 Personen, kommerzielle Veranstaltungen aber auch infolge der Pflicht aus Baugenehmigungen für Kindertagesstätten Aussenräume zur Verfügung zu stellen. Immer mehr solche Institutionen werden eingerichtet, welche keinen eigenen Freiraum haben und sogar mit Belegungsplänen öffentliche Spielplätze in der Nähe besetzen. Manchmal werden diese Freiräume direkt eingezäunt und dadurch der Öffentlichkeit entzogen.

Mit einem Vortrag konnte ich die VSSG vorstellen und über den Stand der Zertifizierung «Grün Stadt Schweiz» und über den Wechsel in der Geschäftsstelle berichten. Stephanie Perrochet, welche ebenfalls anwesend war, wurde vorgestellt. Zur Überraschung von Peter Stünzi, welcher seit 35 Jahren an den GALK teilnimmt, wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Mit grosser Freude nahm Peter die Ehrenmitgliedschaft an und dankte den Kolleginnen und Kollegen für die langjährige Freundschaft.

Die nächste GALK findet in Berlin statt, wo gleichzeitig die BUGA durchgeführt wird.

Felix Guhl

Delegierter Deutschland

Der barocke Teil des Schlossgartens: auf der Gartenachse zwischen Terrasse und Orangerie befindet sich ein grosser Springbrunnen. Im landschaftlichen Gartenteil liegt der sanierte Teich mit der neu angelegten Sitzplattform.

.

Der Dechanei-Garten in der Stadt und der Aufstieg zum Frauenberg, der durch historische Klosteranlagen geprägt wird.

Der Speisesaal des im Schloss angesiedelten Hotels beeindruckt auch durch seine Deckenmalerei.