GALK 2010 Essen

 

Die Gartenamtsleiterkonferenz stand unter dem Motto GRÜN.KULTUR.METROPOLE. Das Ruhrgebiet wandelt sich von unzugänglichen Industriearealen in eine mit Grünstrukturen vernetzten Grossstadt.

Der dicht befrachtete Kongress zeigte den eindrücklichen Wandel des Ruhrgebietes von der ehemaligen Schwer- und Kohlenindustrie hin zu einer mit postindustriellen Parkkultur vernetzten, flächigen Grossmetropole, welche 2010 als europäische Kulturhauptstadt noch auf sich aufmerksam machen wird. Unter dem Titel 'GRÜN.KULTUR.METROPOLE, zeitgenössiche Tendenzen der Gartenkunst und Landschaftsarchitektur' zeigten Politiker, Landschaftsarchitekten, Künstler, Arealentwickler und Touristiker wie sich ein grosses Gebiet mit einem gemeinsamen Ziel verändern kann. Probleme gibt es viele. 

Neben dem gewaltigen Strukturwandel und dem Verlust von Arbeitsplätzen, den immensen Brachflächen von Geleisanlagen, Kokereien und Zechen sind grosse Investitionen in den Aufbau eines Kanalisationssystems und für Kläranlagen notwendig. Allein um Bodensetzungen zu vermeiden muss auf grossflächig dauerhaft Grundwasser abgepumpt werden, Kostenpunkt jährlich 50 – 60 Mio. Euro pro Jahr. 

Die Referenten waren sich einig, dass die von 1989 bis 1999 durchgeführte Internationale Bauausstellung IBA Emscherpark mit den vielen 'aussergewöhnlichen aber machbaren' Projekten die Region zusammenführte und die interkommunale Zusammenarbeit, auch ohne Grenzen zu verschieben, ermöglichte. Die Weiterentwicklung des Raumes steht unter den drei Hauptzielen: Wirtschaftsförderung, Stadt- und Standortentwicklung und Landschaftsgestaltung. Mit dem Emscher Landschaftspark wird ein Netz aus Grünkorridoren mit Fuss- und Velowegverbindungen erstellt, Industriebrachen zugänglich gemacht und die Halden (Hügel aus Bergbauaushub) gestaltet. Der Emscher Landschaftspark sei die 'experimentelle Entwicklung zwischen postindustrieller Wildnis und neuer Nützlichkeit'. 

Ergänzt mit qualitativ hochwertigen neuen Brücken, Kunstinstallationen und Events wird das Ruhrgebiet aufgewertet und soll für die Bevölkerung attraktiviert werden und Touristen anlocken.

 

Die Realisierung der Vielzahl an Planungen und Bauprojekte sind nur mit einer finanziellen Unterstützung durch das Land NRW, Bund und der EU möglich. Die Fördergelder fliessen hauptsächlich in den Bau der Grünanlagen, Wegverbindungen und Renaturierungen. Für den Unterhalt sind anschliessend die Gemeinden zuständig welche mit sinkenden Budgets die Mehrflächen zu bewältigen haben.

Die Daten
Bevölkerungsentwicklung 1850 bis 1910 von 300‘000 auf 3 Mio. Einwohner, heute 5,3 Mio.
Umbau Entwässerungssystem 1992 bis 2020, 4 neue Kläranlagen, 400 Abwasserkanäle, 350 km ökologische Auf-wertung, Kosten 4,4 Mia. Euro
Emscher Landschaftspark 41 Städte, 82 interkommunale Projekte, 144 kommunale Projekte
Gebiet Essen 53 % Grün Wald, Grünanlagen, Gewässer


Links
www.metropoleruhr.de Externer Link
www.konzept-ruhr.de Externer Link
www.emscherkunst.de Externer Link
www.iba.nrw.de/main.htm Externer Link

Bericht Felix Guhl, VSSG Delegierter Deutschland