Regionaltreffen 2016 Lugano

Bericht Regionalgruppentreffen Zentralschweiz / Tessin

Wieder einmal konnte sich unsere Gruppe auf den Weg in den Süden machen. Christian Bettosini, Leiter Grünflächenamt von Lugano, lud die Gruppe zu sich ein, um unser Treffen abzuhalten.

Nach der Ankunft konnten wir uns im Innenhof des wunderschönen Stadthauses mit einem Kaffee stärken. Anschliessend stellte Christian seinen Betrieb vor. Er präsentierte uns sehr eindrückliche Zahlen. Mit fünfzig Mitarbeitern und drei Gartenarchitekten werden insgesamt 7501 ha bewirtschaftet und gepflegt. In dieser Zahl sind 4850 ha Wald und 1880 ha Grünflächen enthalten. Man sieht, Lugano ist eine sehr grüne Stadt. Geographisch gesehen dehnt sich Lugano vom See bis auf eine Höhe von 2200 m.ü. M. aus. Das Grünflächenamtamt verfügt über ein Budget von 5.5 Mio. und 1.5 Mio Investitionsbudget.

Ein weitere sehr eindrückliche Zahl: die gesamte Grünfläche hat sich in den letzten zehn Jahren um sage und schreibe 484% vergrössert. Dies ist dem starken Wachstum einerseits und dem Eingemeindungsprogramm andererseits zu verdanken. Christian Bettosini hat hier eine wahrliche Herkules-Aufgabe zu bewältigen. Auch Lugano ist von der Finanzkrise schwer getroffen worden,  was die Finanzen des Grünflächenamtes natürlich ebenfalls sehr beeinflusst. Speziell ist zu erwähnen, dass zu den Aufgaben der Stadtgärtner neben der Produktion, Pflege der Grünanlagen und Bäume, Wälder und 154 Spielplätzen, auch die Pflege des Rebberges und der Olivenbäume in Gandria gehört.

Bei der Bekämpfung der Tigermücke ist die Stadtgärtnerei ebenfalls stark engagiert. Diese stellt ebenfalls eine erhebliche Arbeitsbelastung dar, vor allem im Sommer. Aber auch viele planerische Arbeiten hat Christian Bettosini zu bewältigen. Hierbei ist unter vielem Anderen die neue Grünachse zu erwähnen. Ein Flusspark auf drei Kilometer länge, welcher neue Quartiere miteinander verbindet. Oder das neue Quartier Viarnetto, welches auch mit einem neuen Park versehen wird. Speziell möchte ich hier aber das Projekt „grünes Lugano 2015 – 2018“ erwähnen. Hierbei können Einwohner ihre grünen Ideen direkt in die Ämter einbringen. Nach so vielen Fakten war die erste Besichtigung angesagt. Das neugestaltete Foce del fiume Cassarate wurde uns von den verantwortlichen Gartenarchitekten vorgestellt.

Nach dem Mittagessen wurde die Gruppe vertieft in das Thema Tigermücke eingeführt und es wurde uns die Bekämpfung erläutert. Im Anschluss wurde uns auch noch das Waldentwicklungskonzept von Cornaredo vorgestellt. Bei dem Projekt wird auf dreizehn Hektaren ein Stadtwald realisiert, der direkt über der Stadt liegt. Am Rande sei hier noch erwähnt das „Lugano“ übersetzt „heiliger Wald“ bedeutet. Man sieht, diese wunderschöne Stadt ist ein fast unerschöpflicher Pool für grüne Themen und es gäbe noch Vieles zu berichten.

Zum Abschluss des ersten Tages stand noch die Besichtigung des Zentrums „LAC“  (Lugano Arte e Cultura) auf dem Programm.

Das LAC ist das neue Kunst– und Kulturzentrum der Gemeinde Lugano, welches sehr gekonnt alte und neue Architektur verbindet. Ein wunderschöner Bau, bei dem der Konzertsaal über eine einzigartige  Akustik verfügt - also sehr sehenswert.  Eine gewaltige Fülle von Eindrücken und Fakten, die an diesem Tag auf uns niederprasselten.

Der zweite Tag war etwas legerer. Nach einem gemütlichen Sparziergang entlang des Sees begaben wir uns nach Lugano Paradiso. Dabei war die Attraktivität von Lugano durch seine vielen neuen Gebäude und durch deren moderne Architektur ersichtlich. Mit der Bahn ging es auf den San Salvatore, dem Hausberg von Lugano mit seiner herrlichen Aussicht. Auf dem Berg konnten wir den vergangen Tag bei einem typischen Tessiner Mittagessen noch einmal Revue passieren lassen. Ein Abstecher in ein Weinrestaurant in der Altstadt komplettierte unseren Besuch in Lugano.

Es waren zwei wunderbare Tage in der schönen Stadt Lugano mit vielen Eindrücken und einem tollen Programm von Christian Bettosini (hier links im Bild). Wir werden noch lange daran zurückdenken und in Erinnerungen schwelgen. Tausend Dank noch einmal dafür, lieber Christian.

Pirmin Frey, November 2016